Wanderung am 30. März 2018

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Es ist schon lange Tradition, dass der Eifelverein Ahrweiler am Karfreitag eine lange Wanderung von Ahrweiler, vorbei am Laacher See nach Brohl im Programm hat. So war es auch in diesem Jahr. Schon in aller Frühe, morgens um 6 Uhr, trafen sich sieben mutige Wanderer, diese Tour in Angriff zu nehmen. Nach einem Stück Ahrsteig ging es über Breite Kopf und Waldwinkel zunächst bergauf bis Ramersbach. Nur die frühen Vögel waren die Begleiter durch den morgendlichen Wald. Oben in Ramersbach war aber nur kurze Erholung angesagt. Nach dem Abstieg zur Blasweiler Mühle ging wieder stramm bergauf bis zum „Amerikaner“. Der weitere Weg bis Hannebach war eine leichte Sache.

Mittlerweile war die Sonne aufgegangen und strahlt vom blauen Himmel. Jetzt war schon klar, dass es ein schöner Vorfrühlingstag werden wird. Hier in Hannebach, dem höchsten Punkt der Wanderung, trafen sich die sieben Früh- aufsteher mit fünf Langschläfern zur gemeinsamen Weiterwanderung.
Der frühe Ostertermin im Jahr bezeugte, dass Wald, Wiesen und Felder noch im Winterschlaf ruhten, auch der morgendliche Wind war noch sehr frisch. Die Wanderung führte dann zunächst weiter nach Engeln. Die Olbrück im Vordergrund, der Bausenberg weiter hinten und ganz in der Ferne im Dunst das Siebengebirge, aber auch die nahe Eifellandschaft im Bereich des Brohltales waren die Hingucker des frühen Vormittages.

An „Stumpich Kreuz“ wurde die erste Rast eingelegt. Unser Wanderführer, Heinz Ahrendt, hatte an alles gedacht: eine Tischdecke und zwei Flaschen Wein mit den erforderlichen Gläser zauberte er aus seinem Rucksack. So wurde die Frühstückspause zu einem kleinen Frühschoppen ausgedehnt. Viel zu früh musste wieder der Rucksack geschulter werden, es lagen noch viele Wanderkilometer vor uns.

Das erste Zwischenziel, der Laacher See, war aber bald erreicht. Hier wurde ausgiebig Mittagsrast gemacht. Am Seeufer entlang ging es bis zum Campingplatz, bevor der letzte steile Anstieg nach Wassenach erfolgt. In Wassenach wurden wir überraschender Weise zur Besichtigung des Burghauses eingeladen. Das Burghaus Wassenach, zentral in der Dorfmitte gelegen, wurde im Jahr 1772 von den Herren von Kolb erbaut. Diese Familie erlangte über die Grenzen des Dorfes hinaus Einfluss. Der zweiflügelige barocke Putzbau mit Mansardwalmdach beherbergt heute eine Sammlung alter Musikinstrumente.
Von Wassenach ging es fast immer bergab. Am Römerbrunnen wurde nochmals kurze Rast eingelegt. Hier musste die letzte Flasche Wein dran glauben. Durch die wilde Wolfschlucht ging es weiter in Richtung Brohltal. Das tief eingeschnittene Tal des Tönnissteiner Baches wurde im schnellen Schritt quasi abgearbeitet. Der Biergarten in Bad Tönnisstein wurde leider links liegengelassen, zu sehr war schon die Abfahrtszeit mit der Bahn ab Brohl im Hinterkopf. Es war aber noch ein langer Weg, mit kurzen knackigen Auf- und Abstiegen, bevor es fast flach entlang des Mühlengrabens nach Brohl ging. Für die Frühaufsteher, den Langwanderer, standen bis hierhin 43 Kilometer auf dem Tacho. Aber auch die Langschläfer, die in Hannebach dazu gestoßen sind, waren es immerhin 30 Kilometer. Bei der Rückfahrt mit der Bahn merkte man den Wanderer die anstrengende Tour an, aber alle waren froh und stolz auf die erbrachte Leistung.